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Tatiana Nascimento dos Santos

lundu

Tatiana Nascimento dos Santos

Tatiana Nascimento dos Santos

lundu

Lundu
komm mal her, leg dich auf mich wie die Luft, die die Schwerkraft so lieb
hat, sodass sie sich auf alles hinlegt, auf alles, das es auf dieser Erde gibt
un schiebt alle, die in ihr ist, oder so wie Wasser, das in Form von Wellen
auf den Sand vom irgendwelchen Strand sich im Tanz der
Gezeitenstimmungen hinlegt, kommend und gehend im Windstrom, im
Mondstrom, im Sonnenstrom sogar, wenn es Sinn für dich macht.

oder nenn sie mal einfach F31. ozeanische, wenn es dir schmeckt. Da sie
unvorhersehbare sind für die enthaltene Eile einer Uhr, einer Diagnose
(“psychischer Erkrankung“). komm schon! leg dich hin, ich begrüße dich, u
all deine zurückfließende Lust, aber immer

da, und gleichzeitig eingepackt u angekündigt von der Totenstille, die
deine mehreren Stimmen schweigen,

aber immer

da. ich wünsch mir, dass du mich so sehr liebst u träge wie ein in der Lutf
schwebten Glattschnabelani, für wen die Luft sein zu Hause ist genau wie
sein Flügel die Ausdruckskraft seiner Gnade ist und das subtile Ingenium
seines Volkes, ein (geflügeltes) Erbe,

dass du dieses zitternde innere Ich landest mit einem Atem von warmen
Speichel, wie Leben für einen Glattschnabelani das gleiche wie Luft ist,
jenseits der weichen Perle seines Brustfells

Im Verlangen nach deiner Lust, hat meine ganze Lust sich neu gemacht
(sieh mal, ich bin nicht (als) lesbisch geboren)
In der Brandung meiner Lust will ich dich (wie) umgedrehten Ozean (eine
wüstenähnliche Hypotenuse)

auf dieser Weise also spüre ich was Dialektik ist,
und (dieses) mein Aufgeben ist auch

eine Diaspora

es gibt einen Ton
ein Geräusch, das deine Haare in der Mitte meiner Finger tun
es ist fast ein spezifischer Ton vom Afro
aufbewahrt unter den Schichten einer Stimme von dir am Samplern jedes
Blütenblatt
als ob in deinem Mund jede Tragödie wieder
ein Lied würde
beat
box

ich habe dich tanzen sehen, ich habe dich tanzen sehen u ich habe dich
tanzen sehen
u schneller als im Nu wusste ich schon, dass alles in mir fliehen würde,
falls ich dich nicht wie einen uralten unheimlichen
gemütlichen
scharfen
Geruch einatmen würde
wenn du nicht die exakte Haut der Nacht unter dem dunklen Traum meiner

Augenlider

dann ging ich ins Meer zurück u versprach ihnen allen, Wind-Wellen,
Windhauch, Sonnentropfen, die auf meiner Haut den verdampften Körper
des Wasser-Meeres in Steinchen von Seele-Salz fossilisieren, eine
Erinnerung

ich versprach ihnen, dass ich einen Lundu für dich machen würde wenn
diese Lust
ankommen
u vorwärts zurückdrängen
rückwärts voranbringen
u vorwärts zurückdrängen
sich senken
u zurückdrängen würde und den tiefen fortdauernd trüben Vorfahren nass
machen
alles, was von dir und von mir überläuft am Rand
dieses Abgrundes, am Rand des Meeres
am Rand der Welt, die Wellen legen sich auf den Gezeiten um zu füllen
sowie der Wind sich auf eine Lunge legt um zu folgen
die Dunkelheit am Horizont um Nacht zu werden
u ich
lege mich
auf dich.

Was essen sie, Küsse? Diskussionen? Familienklatsche? oder doch dazu
das Schweigen, um sich nicht zu ersticken?
Ruhe! Niemand hier will eine schlechte Zeit haben.

Tatiana Nascimento dos Santos

Tatiana Nascimento dos Santos
"palavreira": singer, songwriter, writer, publisher at padê editorial. co-founder of 'slam das minas in DF', the first exclusive slam for women/lesbians in Brazil; co-founder of "palavra preta" (black word) - a national exhibition of black women writers; creator of "quanta!" (how much!), LBT exhibition, of "afrokuír" - black LGBTQI+ fuss, of "semilla" - a book fair to women publishers. aquarian.
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